Die Situation verändert

Die Spitzen sitzen und zerreißen die Geduldschnur. Wie irr. Im Tunnel. Strudel. Spirale. Abgeworfene Bombe, die sich ins Ziel dreht. Rotiert.

Rausgekämpft aus dem Loch. Durchgesetzt. Fußspuren im Sand. Schritt für Schritt auf den Sand aufgesetzt und abgerollt. Kein Ausweichen. Ein Ankommen.

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Im Rückspiegel anders

Erinnerungen, die aus mir herausschnellen. Mich anspringen und runterzerren wie Stromschnellen in einem wilden Fluss. Der sich durch Stein schleift. Ihn in zwei Teile trennt. Unbeirrbar böse aushölt und nie aufhört. So laut ist und dadurch auch kein Veto hört.

Ego-Trip in die Vergangenheit. Ich als Arschloch im Rechthab- und Mir-Steht-Zu-Modus. Schon seltsam, dass das was man anderen vorwirft, meist von einem selbst ausgeht. Ungesehen und unerkannt. Im Spiegel unsichtbar und erst mit der Zeit taucht es in Rückspiegel auf, die Ungerechtigkeit, die ich anderen zugefügt habe.

Bin ich heute anders? Ist es jetzt anders?

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Stummes Weinen

Als sie mich kränkte, erst allein, dann unter Leuten und sie mir damit in die Selbstwürde schnitt, erst quer, dann tief, verzog ich mich in mein Schneckenhaus im Toilettenhaus und stierte in mein Handy, dann in die Aussicht. Mir war schlecht und ich war kurz davor, eine bleischwere Träne aus meinem Auge entweichen zu lassen, bis ich sie einsperrte in ein wasserdichtes, schallisoliertes Betonverlies.

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Ihr Licht voller Wärme

Der sogenannte „Gute Ort“ mit dem Haus der dunklen, verlorenen, verschlingenden und verschlungenen Geistern. Gebäudekomplex mit vernagelten Türen und Fenstern. Das Vorhaus ausgebrannt und geplündert.

Ich meide diesen Ort. Nur heute nicht. An Pfingstsonntag. Auf dem Grund eine Kapelle. Ihre Flügeltüren weit geöffnet. Wie Engelsflügel weiß. Ich wäre fast daran vorbei gelaufen. Doch ich drehte um und lief einen Bogen zum Eingang. Nahm die Cap ab. Machte ein Kreuzzeichen und trat ein.

Ein kleiner Altar. Vergittert. Vor dem Gitter rechts brennt eine Opferkerze. Ich entzünde drei. Eine für meine Eltern, Familie und Kinder. Eine für meine toten Verwandten. Und eine für meine tote Oma, an die ich in letzter Zeit sehr oft denke.

Beim Gehen sehe ich das Muschelsymbol der Pilger und einen Pilgerstempel. Ich befinde mich zu Zeit auch auf einer Pilgerreise in mein Inneres. Bin auf der Suche nach Fragen, Antworten und Gründen warum. Bin am Finden und weiß oft nicht so recht das Gefundene zu versteheh, zu deuten. Ich merke, dass ich mich verändere, ich bereit bin für eine nächste Stufe und das macht mich neugierig und ängstlich zugleich.

Beim Gehen sehe ich auch ein Schutzengel-Bild. Dieses Bild hing meine gesamte Kindheit und Jugend über meiner Kinderzimmertür. Ich freue mich über dieses Zeichen. Und verlasse mit einem Kreuzzeichen diese Pilgerkapelle und lasse das Geisterhaus links liegen. Himmel und Hölle können so nah beieinander liegen.

Als ich weiterlaufe, erscheinen alle meine toten Verwandten vor mir. Auch mein zuletzt vestorbener Onkel. Ich sage ihm, dass ich ihn immer geliebt habe. Zuletzt begleitet mich meine verstorbene Oma ein Stück des Weges und ich heule. Weine, weil ich sie so sehr vermisse und liebe. Um mich herum blühen die Felder satt gelb, wie es die Sonne ist. Ihr Licht voller Wärme.

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Stark sein

Wenn durch Trauer negatives in positives verwandelt wird, entspricht dies der Weisheit „Das Schwere ist die Wurzel der Leichtigkeit“. Oder statt schwarz malen, das Leben in leuchtenden Farben darstellen. Es einfach anders ausdrücken. Die eigene Geschichte durch sein Herz sehen. Und die Liebe und das persönliche Glück im Unglück erkennen. Meine Mama hat mir als Jugendlicher diesen kleinen Kinderspruch als Anker fürs Leben mit gegeben: „Ich bin froh und heiter und das Glück ist mein Begleiter. “

Folgender mich irritiernder Werbespruch fasst das meiner Meinung nach gut zusammen: Ich will nicht mehr. Das NICHT wurde einfach durch getrichen. Daraus ergibt sich ein: ICH WILL MEHR!

Ein „Ich will“ drückt aus. Ich kann und werde es schaffen. Und das „mehr“ drückt meine Stärke aus, noch viel mehr ertragen zu können.

Ich werde alles negative der nächsten Monate zum positiven wenden. Die nächsten Monate werden mich so stark machen, wie ich es noch nie war.

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Biergärten statt Kindergärten

Einschwingen. Sich annähern. Über Verständnis. Das das gegenseitige Unzulängliche einschließt. Einwächst. Wurzelt.

Situationen wie diese. Unsichtbare Krisen. Im Stich gelassen von der sogenannten Solidarität der Anderen.

Es ist wie im Wilden Westen. Doch nicht die große Weite ist das Risiko. Das Böse ist die Enge, die gleichzeitig die Nähe tötet und die gemeinsame Anhiehungskraft durch Anspannung auslöscht.

Die Impulsivität und eine lebendige Emotionalität sind gerade Luxus, den wir uns nicht leisten können.

Wir müssen zusammen halten. Weil es der einzige Weg und die Lösung für diese seltsame Situation ist.

Unsere Tochter ist jetzt 70 Tage zu Hause – genau wie wir isoliert. Die Kita öffnet erst Anfang Juli wieder. Aber Gott sei Dank hat sich die Politik erst um die Biergärten gekümmert. Klingt ja fast wie Kindergärten.

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So viel Positives

Was war heute positiv

Ein süßes geweckt werden

Der knuddelige Hund

Der kreisende Falke

Die blühende Kletterrose

Ihr Lachen und ihre Freude

Sie beschützen und trösten zu dürfen

Ein Geschenk in schönem Geschenkpapier zu bekommen

Eine wunderbare Kunstausstellung

Eine neue Wüste entdeckt, die ich bereisen will

Ihre Zukunftspläne

Der offene Biergarten mit Bedienung

Der witzige Obstverkäufer

Die Kirschen und die Erinnerungen an meine Oma

Der Film über die unglaubliche Veränderungsstärke, die Leidenschaft und die Liebe zu einem Menschen erzeugen

Schreiben

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Unerklärlich

Immer diese Verwirrung um nichts. Diese Schuld, die bei mir abgeladen wird. In Form von purer Provokation. In einer Art von Manipulation, Verdrehung und Wortumdrehung, dass ich ein schlechtes Gewissen haben soll. Mich schuldig und verkehrt fühlen soll.

Warum ich?

Ich kann viel ausbalancieren. Ertragen. Überbrücken. Ins Positive deuten. In dieser Disziplin bin eh weltmeisterlich verblödet.

Aber warum?

Ich verstehe es einfach nicht.

Oder will ich es nicht verstehen?

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Liebe kann

Ich entscheide mich immer für das Gefühl, den Glauben, das Glühen meiner Leidenschaft.

So bin ich.

Vernunft, Kontrolle, Selbst-Beherrschung hat mir im Leben stets mein Leben gekostet.

Mich verzerrt, zerrissen, zerstört.

Aber nichts kann mich wirklich kaputt machen, weil ich lieben kann.

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Zuviel

Was vom Tag übrig bleibt

Erschütterung

Erschöpfung

Zwei Tage bis zum langen Wochenende

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