Teil 3: Eva

TEIL 3: EVA

I.
Gefühle nicht gewinnen zu können
Eigenartig sich selbst verzerren
Wie ein gestörtes Bild, kurz vor dem Bildausfall

II.
Unter Folter nicht ihren Namen zu verraten
Den Zeigefinger abgeschnitten und
In den Mund gestopft zu bekommen

III.
Das Meer tost und die Welt geht unter
Die Flut ein Fluch der Vernichtung
Wellenberge jagen das irdische Land, die Berge hinauf

Wie als würde es keine Landschaft mehr geben
Außer die tosende See und vereinzelte in Regenwolken hängende Felseninseln
Mit den letzten Leuchtfeuern, Leuchttürmen der Verzweiflung

Mit meinem kleinen Schiff kämpfe ich mich durch die Gischt
Gegen die Wellen an, die mich in sich saugen wollen
Wie Walfische ihre Nahrung

Die Koordinaten, den Kompass fest im Blick
Mit dem starken Glauben sie retten zu können
In den Garten Eden mit ihr nach unendlich langer Zeit zurückkehren zu können

Es geht um jede Sekunde und ich spüre die Verfolger nah
Denen ich nur knapp entkam, die sie und mich opfern wollen
Als letzten Versuch diese Welt vor ihrem Untergang zu bewahren

Da vorne, diese Bergspitze, diese Felseninsel muss es sein
Ich lande an, das Boot schmettert gegen den grauen Stein
Ich renne den schmalen Weg hinauf und reiße die schwere Holztüre auf

Innen in der Kammer, sie, mit ihrem langen rotblonden Haar, vor einem offenen Kamin
In ihm die fauchende Höllenglut, Flammen, die ihr Äußersten umspielen, als wäre sie die Göttin des Feuers
Züngelnde Flammen, die sie vor den vernichtenden Wassermassen zisched beschützen wollen

IV.
Ich weiß nicht, wie ich ohne sie weiter existieren könnte
Sie steht vor mir und ihre Umarmung verschlingt mich
Wie der Dschungel mit seiner Lebenslust alle toten Zivilisationen vollends auslöscht

Ihre Gestalt ist so zierlich, wie ein Jagdbogen
Und sie schießt Pfeile in mein Herz aus jeder Distanz
Nun ist sie mir so nah, dass ihr Duft mir die Sinne raubt

Ich mit meiner Hand von ihrem Schulterblatt
Ihre Taille hinunterstreiche
Und ihre Tailie anpacke, wie als würde ich sie von hinten nehmen

Ihre großen Augen wie Doppelsonnen am nahen Horizont
Sie schmiegt sich an mich an
So dass meine beiden Hände ihre Pobacken zu fassen bekommen

V.
Im Garten Eden alles surreal, kitschig, fehlfarben, falsch
Als wäre ich Bestandteil einer öden Fernsehübertragung in eine Welt
Die keine Bilder, keine Gefühle mehr empfängt

© dergrund

Über dergrund

Ich bin die andere Seite Von dem, was im Lichte ist Ich bin die innere Stimme Die nicht zu überhören ist Doch unerhört verhallt Verbannt und unerkannt Ich bin der Grund In dem die Wurzeln vordringen Sich verankern In der Finsternis
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