Der Dirigent

20120311-141317.jpg


DER DIRIGENT

In der Mitte
Ein alter Mann
Im Frack

Lichtes graues Haar
Zerbrechlich wirkend
Wie aus einem alten schwarzweiß Film

Vor ihm das Orchester
Hinter ihm das verwöhnte Publikum
Er ist der Dirigent

Die 3. Symphonie
Von Ludwig van Beethoven
Eroica

Er ist der Mann im Mittelpunkt
Und er ist im Zentrum
Bei sich

Aus dem Kopf
Aus seinem Mittelpunkt
Dirigiert er ohne Noten

Es scheint seine Lieblingssymphonie zu sein
Welch Dynamik
Was für ein Energiefeld baut sich vor mir und um mich auf

Jeder einzelne der Musiker im Orchester folgt ihm blind
Und obwohl die Noten vorgegeben sind
Spüre ich eine unfassbare Freiheit

Ein Ausleben, ein Erleben des eigenen Lebens
Und selbst wenn uns ein Schicksal vorgegeben wäre
Gibt es genügend Freiraum dazwischen

Einen so großen Raum wie zwischen zwei Kontinenten
Einem Ozean mit seinen Wellen dazwischen
Und seinen Gezeiten unsichtbarer wunderbarer Macht

Freiheit
Einigkeit
Ein Wir

Wir sind die Übermacht
Die Demokratie
Die sich selbst Befreitem

Ich spüre die Brandung
Die Wellentürme, die an meiner Küste zerschellen
Die weißen Möwen, die mich umkreisen

Der Dirigent ist ein Kapitän
Und seine Mannschaft, die einer gekaperten Fregatte
Freibeuter, freie Seelen, die für ihn bereit sind, alles zu geben

Ich schließe die Augen
Und gebe mich der Freiheit in mir hin
Den Stürmen, dem Anstürmen, dem Hinausschreien der Freiheit

Bravo, Bravo, Rufe ich
Als die letzten Klänge der Symphonie enden
Meine Augen glänzen vor Freude über das gerade Erlebte

Über das gerade Gehörte
Und ich klatsche, wir klatschen
Von der Freiheit begeistert

(c) dergrund

Über dergrund

Ich bin die andere Seite Von dem, was im Lichte ist Ich bin die innere Stimme Die nicht zu überhören ist Doch unerhört verhallt Verbannt und unerkannt Ich bin der Grund In dem die Wurzeln vordringen Sich verankern In der Finsternis
Dieser Beitrag wurde unter Gedicht, Lyrik, Philosophie abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Der Dirigent

  1. Die Hellwache schreibt:

    … die Musik (an sich) hat einfach unglaubliche Kraft, (das schilderst Du hier sehr treffend). Dieses Gedicht übrigens auch, Kompliment. LG, Die Hellwache

  2. dergrund schreibt:

    Einen Hellwachen Gruß zurück und vielen herzlichen Dank!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s