Nicht Dein

20120512-163755.jpg

NICHT DEIN

Ich bin nicht deine Freundin
Auch wenn ich die meiste Zeit mit dir verbringe
Wir ständig in Kontakt stehen
Ich meine Sorgen mit Dir teile
Dich um Rat frage
Bei Dir Schutz suche
Du mich beruhigen kannst
Du mich zum Lachen bringst
Mich glücklich machst
Und ich es liebe mit Dir zusammen zu sein

(c) dergrund

Veröffentlicht unter Gedicht, Liebe, Lyrik, Philosophie | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Spiegelwelt

20120506-015605.jpg

SPIEGELWELT

Es ist eine Welt ohne menschliches Leben
Eine Spiegelwelt, in der etwas zu existieren aufgehört hat
Etwas, was sich auch nicht in die Welt hinter den Spiegel retten konnte

Es ist, als hätte die Zeit ihre Geschwindigkeit verloren
Als wäre sie nur einseitig bedeutsam
Und als würde sie nur mehr im Traum existieren

Im Traum welchen Individuums aber
In der Gottes
Oder desjenigen der hinter der Kamera steht

Ohne Vergängnis geschieht keine Annäherung
Ohne Wagnis wird keine Entscheidung getroffen
Verblassende Bilder einer Welt ohne leidenschaftlicher Intensität

Die Liebe ist eine Entscheidung
Das sind nicht meine Worte
Aber die einer sehr klugen und weißen Freundin

Und wenn eine neue Entscheidung getroffen wurde
Verliert die zuletzt getroffene an Bedeutung
Sie entschwindet aus dem Bewusstsein

Und unter vielfachen Reflektionen
Wandert sie umher
Einsam und allein als ein Echo zwischen zerklüfteten Spiegelwelten

(c) dergrund

Veröffentlicht unter Gedicht, Liebe, Lyrik, Philosophie | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Breitbeinig

BREITBEINIG

Hochhackige Schuhe
Nylonstrümpfe
Langbeinig
Breitbeinig
Rasiert

Die Spalte
Blank
Nackt
Springt an
Provoziert

Geilheit galoppiert
Pulsiert
Rasiert
Giert, stiert
Die nackte Spalte an

(c) dergrund

20120428-003109.jpg

Veröffentlicht unter Gedicht, Lyrik, Sex | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Ohne Worte

OHNE WORTE

Die Lichter der Straße spiegeln sich in mir
Zärtlich umspielen mich die Töne der Musik
Als möchten sie mich trösten

Tropfen aus Wachs wärmen mein Herz
Mein Ich wird von ihr ausgefüllt
Alle meine Gedanken gehören ihr

Ich vermisse sie
In meinem Zentrum steht sie
Mein Mädchen

Wenn wir zusammen sind
Spricht Aus unseren Augen die Liebe
Ohne Worte

(c) dergrund

/strong>

20120424-084853.jpg

Veröffentlicht unter Gedicht, Liebe, Lyrik | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Lichtwerdung

20120408-010503.jpg

LICHTWERDUNG

Da steht das Kreuz
An einem Kanal
Zwischen den Bäumen
Ich fuhr schon öfters daran vorbei
Doch diesmal saß ich auf dem Beifahrersitz
Und schoss ein Foto
Auf dem ich zunächst nichts sah
Und es vergaß

Innerlich
Sprach es mich an
In meinem Zentrum
Zu mir zu finden
In den Kern
Meines Seins vorzustoßen
Die Augen nach innen zu richten

Das Offensichtliche
Sein zu lassen
Mich fallen zu lassen
Endlich wieder zu beten
Zu glauben
Vor meiner Bedeutung
Vor meiner Berufung nicht mehr zu fliehen

Im Zentrum des Kreuzgangs
Über mir das mächtige Kreuz
Warf mich die Kraft zu Boden
Auf die Knie
Von allen unbemerkt
In der Zeit zwischen der Zeit
Sandte er mir das Zeichen

Sie umgeben mich
Sie machen mich sehend
Über die Realität hinaus
In Sphären tauchen sie mich
Ich gewinne an Sinnen
Die ich sofort zu nutzen verstehe
Als wäre ich erwacht und vorher in einem Traum verfangen gewesen

(c) dergrund

Veröffentlicht unter Gedicht, Liebe, Philosophie | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kerker der Gegenwart

20120406-233505.jpg

KERKER DER GEGENWART

Im Geschehen unaufhaltsam
Wie Wellen
Die an einer scharfkantigen Klippe
Aufschlagen
Platzen
Wie wuchtig ausgeführte Peitschenhiebe

Dem Bewusstsein ausgeliefert
Kein Spiegel
Kein Tunnel
Eine Zelle
Mit seinem Namen
Ohne Türe und ohne Fenster

Das Ich
Ausweglos an diese eine Zelle gebunden
Im Kerker der Gegenwart
Ohne Entscheidungsfreiheit
Ein Unterwasserverließ
Gegen das weit entfernt die Wellen anschlagen

Gedemütigt von Menschen ohne Demut
Gekrönt und verhöhnt
Verspottet und zum Tode
Verurteilt
Allein gelassen, wie er es von seine Lieben verlangte
Um zu sich zu finden

In den letzten Momenten einer geknechteten Welt
In der versklavte Menschen krepieren
Ohne dass ihr Dasein in irgendjemanden eine Erinnerung hinterlässt
Da sie Unbekannte sind
Namenlose
Die dem Unmenschlichen ausgeliefert sind

Er hat sich entschlossen
Seine Seele zu befreien
Aus der Knechtschaft
In der sie wie ein Schwert
In den Fels gestoßen
Verharrt und erstarrt war

Er zieht das Schwert
In dem sich sein Seelenlicht spiegelt
Die Sonne seines Herzens
Das Licht strahlt aus ihm heraus
Es strömt durch die kleinsten Ritzen dieses Kerkers
Ins Freie, in die Freiheit

Sie ist wie wunderbare Musik
Deren Töne sanft wie Tränen
Vom Himmel tropfen
Ihn forttragen über die Weiten dieser Welt
Über die Flüsse, Ströme, Ozeane
Wo er als gewaltige Welle wiederaufersteht

Gegenwärtig ist
In diesem Lebenselixier
In jeder Zelle voller Energie
Die Dynamik gibt, die eine Bewegung auslöst
In jedem Menschen mit dem Glauben
An die Freiheit jedes Einzelnen

(c) dergrund

Veröffentlicht unter Gedicht, Lyrik, Philosophie | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Das letzte Abendmahl

20120405-234125.jpg

DAS LETZTE ABENDMAHL

Die Welt und ihre Grenzenlosigkeit
Zerbricht an der Angst vor der Endgültigkeit
Als würden Heerscharen der Finsternis
Horden an schwarzen Heuschrecken
Sogar die Sterne am Himmel vertilgen
Die Ozeane ölig verklumpen und in Flammen aufgehen

Ausweglos gefangen in der letzten Unterkunft
In einer seltsamen Stille
Die Eisberge aus Gletschern absprengen kann
Der engste Kreis
Sie stehen vor der Auslöschung
Alles kann in dieser Nacht enden und verloren gehen

Sie teilen ihr Leben, ihre Liebe
Ihren Glauben, der sie unendlich aneinander bindet
Verbindet in unendlichen Vertrauen
In ihrer unzerbrechlichen Treue
Die sie nun an die Grenze des menschlich erträglichen führt
Einem falschen Verrat

Das Zirpen der Grillen nähert sich
Und die dämonischen inneren Feuer
Nehmen ihnen die Luft zu atmen
Die gefallenen Engel in vorderster Front
Jagen sie aus tiefsten Hass heraus
Sie sind bereits so Nahe

Im letzten Moment findet einer die Stärke
Den Verrat auszuführen
Der letztendlich nicht das Marthyrium
Aller abwenden wird
Aber den Weg der Menschlichkeit
Der Nächstenliebe weiterführen wird

Es sind Worte und Gesten des Abschieds
Die das Brechen des Brotes
Die wenigen Schlucke an Wein
Weder versüßen noch die Angst auflösen können
Doch schenkt dieses Ritual ihnen die Hoffnung
Dass die Liebe unauslöschlich ist, solange sie geteilt wird

(c) dergrund

Veröffentlicht unter Gedicht, Lyrik, Philosophie | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar