Teil 2: Obsidian

TEIL 2: OBSIDIAN

In den Himmel stapeln sich die dunklen Wolken zu gewagten Wolkentürmen
Verdecken den Sternenhimmel lückenlos, wie ein schwarzes Steinpflaster
Kissen mit grau schwarzen Plüschüberzügen ersticken still das Mondlicht

Das Meer glatt, eingefroren, schwarz und glänzend wie als bestünde es
Aus blinden Obsidian, irgendwie zu glatt und zu perfekt, um von dieser Welt zu sein
Das Hotel aus schwarzen Glas mit dunklen Holzelementen, spiegelt sich darin nicht

Im obersten Stockwerk, die Suite gehört uns, für diese eine Nacht
Böden aus schwarzen Marmor, Möbel aus modernen, edlen Design
Kerzenlicht leuchtet die Räume schwach aus, gibt ihnen eine geheimnisvolle Tiefe

Auf dem Balkon flackern Fackeln im Wind
Der auch leicht durch ihr langes braunes Haar weht
Stille zwischen uns, Worte brauchen wir nicht zu wechseln

Schulter an Schulter, wie so viele Male in dunklen Kinosälen
Erdet sie mich mit ihrer unendlich tiefen Ruhe
Und ich fühle mich so wohl bei ihr

Sex schlossen wir von Beginn unserer Freundschaft an aus
Obwohl der Moment in dem sie im Sommerlicht
Auf High-Heels mir entgegen kam, sich in meine Seelenplatte unauslöschbar brannte

Als würden die Sonnenstrahlen mit ihrem kurzen Sommerkleid spielen
Diesem kurzen Rock, dieser zu kurze Rock und die hohen Schuhe
Der verführerische Rahmen für ihre endlos langen und perfekten Beine

Diese eine Nacht gehört nun uns allein
In einem Weltenraum verborgen von allen anderen
Es ist eine Welt, die wir für uns erschaffen haben

Wir aus unserem Geheimnis heraus geboren haben
Dem Wunsch, dass wir eins werden
Um unserem Begehren füreinander freien Lauf zu gewähren

Sie liegt nackt auf dem leuchtend weißen Bettlaken
Ihr Kopf von einem weißen Wolkenkissen leicht erhöht
Ihre rubinroten Lippen und ihre bronzefarbene Haut betören mich

Das Kerzenlicht zeichnet weich ihren durchtrainierten Körper nach
Jeden einzelnen definierten Bauchmuskel, gekrönt von ihrem Bauchnabel
Unsere gierigen und bereiten Blicke treffen sich

Ich gleite zwischen ihre sich spreizenden Beine
Und küsse sie wie ein schwarzer Schmetterling seine Blume der Nacht
Zärtlich, so zärtlich wie ich es im Leben noch nie gewesen bin

Mit geschlossenen Augen empfangen wir uns
Spüren wir tief in uns hinein
Und verlaufen uns wie kleine Kinder kichernd in unseren Seelenlabyrinthen

In Nachtlandschaften voller schwarz blühender Orchideen
Im Sternenmeer klarer und warmer Sommernächte
Werden wir zu Sternschnuppen, die sich im Fallen verbinden, eins werden

Als ich erwache, liegt sie nicht mehr neben mir
Ist sie nicht mehr in unserer Suite
Fühle ich sie nicht mehr in dieser geheimen Welt

Sie ist weg und ich weiß, dass wir zu weit gegangen sind
Dass wir uns nun in der realen Welt nicht mehr
Als beste Freunde begegnen werden können

Ich steige in meinen schwarzen Sportwagen
Und fahre in Gedanken an sie auf der einsamen Autobahn
Entlang des Meers aus Obsidian

Aus Erdöl, welches meine Leidenschaft für sie explosionsartig entflammt
Und ich werde zu einem schwarzen Vollmond mit einer Corona aus Flammen
Bis ich spüre, dass ihre Schulter meine berührt, und noch nichts verloren ist

© dergrund

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Teil 1: Engelsfeuer


TEIL 1: ENGELSFEUER

PROLOG

Gegen das Vergessen schreibe ich an
Ich will die Details festhalten, festschreiben, doch ich bin unfähig, sie auszudrücken
Sie fliesen wie Sand durch meine Finger

Ich habe drei mächtige Träume in drei aufeinanderfolgenden Nächten geträumt
Diese bestimmen meine innersten Sehnsüchte, drücken sie mit voller Wucht aus
Sind Sandstürme im Sanduhrglas

ENGELSFEUER

Sie nimmt mich an ihre Hand und dieser Energiefluß ist sofort wieder da
Diese unglaubliche Anziehungskraft
Sie führt mich auf das Oberdeck des Flugzeugs

Welches großzügig verglast ist
Und vor der Fensterfront ist ein Dachgarten
Wie bei einem Penthouse

Die Alpen ziehen vorbei
Wir fliegen fast Schallgeschwindigkeit
Sie liegt in meinen Armen und wir beide träumen hinter Panoramaverglasung von Venedig

Romantisches Feuer, wie Sonnenuntergänge in vor purpur brennenden Wolken
An Kirchendecken, sie mit dem Engelsnamen, ihrem atemberaubenden weiblichen Körper
Und ihrer rasierten Scham mit dem geraden, dunklen Schlitz

Immer wieder dieser perfekte Schlitz
Die Wölbung des Venushügels
Der große Busen und ihr praller Popo in meinen beiden Händen

Vereinigungen bis zum Sonnenaufgang
Verschmelzungen voller dringenster Sucht nacheinander
Um die verlorene Zeit miteinander hemmungslos und hingebungsvoll aufzuholen

© dergrund

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Veränderung

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VERÄNDERUNG

Erlösung ohne Lösung
Erleichterung ohne Befreiung

Durchtrennung der Blutbahnen der Fantasie
Führt zu einer Gegenreaktion mit hochrealistischen Endlosträumen

Geschenke der Seele, der Seelenverbindungen zu diesen Frauen
Träume, die alles ausdrückten, was wir im Leben füreinander fühlen

Tiefe seelische Befriedigung, Befriedung
Unglaubliche Glücksgefühle

Prophezeiungen für nächste Leben, Parallelleben in Paralleluniversen
Versprechungen und Schwüre

Auf Pergamentrollen geschrieben, angesengt vom Feuer der Leidenschaft
In Tonkrügen im Haus des Lebens und der Wiederauferstehung sicher verwahrt

Als Schicksalspläne künftiger Leben
So bleiben unsere Leben wunderbar miteinander verwoben

So lebe ich nun die Veränderung und konzentriere mich darauf
Den Sinn dieses Lebens zu erfüllen und Erfüllung zu finden

© dergrund

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Fragilität

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FRAGILITÄT

Aus dem Unruheherd ihrer Aufregung heraus
Im inneren Kampf stehend mit der Hülle, der Haut, der Mimik

Ich, eine geöffnete Blüte
Ungeschützt, verletzlich, fragil, auf den Zauber meiner Ehrlichkeit vertrauend

Was sie will, kann ich ihr geben
Ohne in ihren blaugen Augen zu ertrinken

Trotzdem könnte ich ihr nicht stand halten, mich nicht aufgeben
Wenn sie mich will

© dergrund

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Fixiert

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FIXIERT

Ihre Wanderung
ohne mich
an ihrer Seite

Unentwegt
kreisen
ihre Gedanken um uns

Tief unter dunklem Wasser
unergründlich
die bläulich blasse Haut des Eisberges

Glatt wie ein Glassarg
Gefertigt aus dünnen schwarzen Marmorscheiben
Aus denen kleine Sterne zu glitzern scheinen

Vor unseren Gedanken verborgen
Sendet sie, ohne darüber nach zu denken
eine einfache Grußbotschaft an mich

Ohne Bild
Lageplan
Schatzkarte

Als ich sie danach frage
zögert sie nicht
und schreibt mir zurück

Ich hätte etwas verpasst
Schöne Augenblicke
mit ihr zusammen

Entdeckungen
Die wir gemeinsam hätten machen sollen
Sie will mich ködern, verlocken

Weil sie es nicht ertragen kann
Dass ich nicht bei ihr bin
Angeln kann sie mich nur

Wenn sie es wagt
Ohne Maske und ironische Ablenkungsmanöver
Ihre tiefen Gefühle mir gegenüber aus zu drücken

Ich vermisse sie
Ihren Zauber
Ihre sinnliche, fast übersinnliche Tiefe voller Wunder

© dergrund

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Durchdrungen

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DURCHDRUNGEN

I.
Schlange schlängelst Dich durch mich
Wie ein glitschiger Wurm, schwarz wie eine Nacktschnecke
Bist schleimig, glitschig, eklig

Schmeckst in meinem Mund, auf meiner Zunge
Wie Gleitgel mit superkünstlichen Erdbeergeschmack
Löst allergische Reaktionen aus, lässt aus mir Giftstachel wachsen

Verwandelst mich in ein Tier, geboren aus Alpträumen
Verbannt in die Dunkelheit, ins dichte Unterholz
Unsichtbar für alle, nur Dir kann ich nicht entkommen

II.
Ich bin das, was im Schatten lauert
Giftpfeile auf gute Herzen schießt
Beute macht, für das Wurmwesen, welches mein Hirn verseucht hat

© dergrund

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Nonstop


NONSTOP

Wurzeln winden sich
Greifen in die Leere
Der Illusionen

In kurzer Zeit von den Bergen
Zur Küste gereist
Von Ost nach West und zurück

Nonstop
Ohne Halt in der Wirklichkeit
Von Funkloch zu Funkloch zum Ende der eigenen Welt gelangt

Auf den scharfen Kanten eines riesigen Vulkankraters entlang balancieren
Über tosende Wassermassen wie ein Superheld springen
Wasserfälle wälzen und tosen

Mein Ich im kreiselnden Leerlauf
Um die eigene Mitte
Dem Rummelplatz der möglichen Glücksgefühle

In bin in Erwartungshaltung, warte
Und hoffe nicht, wie ein Wesen in Kunststofffolie gewickelt
Künstlich zu Comatisieren

© dergrund

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